Wirkungsspektrum

Ich mache Menschen und ihre Geschichten sichtbar.

Pressearbeit

Ich arbeite für diverse Medien und Formate, schreibe im Auftrag für Vereine, Unternehmen, Privatpersonen, Stiftungen und Kommunen. 

Kommunikation

Ich entwickle Kommunikation, indem ich die Geschichte hinter einer Idee, einem Menschen oder einem Projekt sichtbar mache.

Fotografie

Ich halte die Augenblicke fest, die eine Geschichte ausmachen. Ich sehe die Bilder. Ich denke in Bildern. Ich erzähle in Bildern.

Biografie

Gemeinsam bewahren wir Erinnerungen und verwandeln sie in eine persönliche Lebensgeschichte – sorgfältig recherchiert, journalistisch erzählt.

Medientraining

Ob im Interview, auf einer Bühne oder vor der Kamera – Menschen überzeugend, wenn sie nicht versuchen, jemand anderes zu sein.

Sprech-Stimme

Ich gebe Ihrer Geschichte eine Stimme. Dazu schreibe ich Ihnen sprichwörtlich eine "Rede" und helfe Ihnen sie richtig zu präsentieren. 

Biografie und Wein 
haben viel gemein

Biografische Wein-Lese

Fünf Leben, fünf Weine und viel Musik

Im historischen Winzersaal in Zell-Weierbach traf Erinnerungskultur auf Weingenuss

Briefe sind Spiegelbilder ihrer Zeit

Sandra Martin

Wie aus Erinnerungen eine Biografie wird, darüber sprachen Adele von Bünau, Vorsitzende des Biografiezentrums, und die Offenburger „AutorBioGrafin“ Sandra Martin. Von Bünau zeigte, wie viel Feingefühl diese Arbeit braucht: genaues Zuhören, Vertrauen und Fragen, die Erinnerungen wieder lebendig werden lassen. Aus einzelnen Erlebnissen entstehe nach und nach ein Bild davon, was einen Menschen geprägt habe und was ihn unverwechselbar mache.

 

Martin brachte ihre Erfahrung aus Journalismus und Fotografie ein. Während bei Hörfunk und Fernsehen oft nur wenige Minuten bleiben, um ein Leben sichtbar zu machen, könne Biografiearbeit tiefer gehen. Briefe, Fotografien, Dokumente und historische Quellen würden dabei zu wertvollen Spuren – besonders dann, wenn Erinnerungen verblassen oder Menschen ihre Geschichte nicht mehr selbst erzählen können.

Wie berührend das sein kann, erklärte Martin am Beispiel von Traudel, Jahrgang 1930, deren Lebensgeschichte sie derzeit für die Familie aufarbeitet. Über ihre Internatszeit im elsässischen Kienzheim konnte die 95-Jährige selbst nur noch wenig erzählen. Doch im Familiennachlass fanden sich Briefe aus ihrer Jugend.

 

Darin begegnet dem Lesenden nicht die alte Dame im Rückblick, sondern unmittelbar das zwölfjährige Mädchen oder Traudel als junge Frau: mal ernst, mal heiter und beinahe wie eine kleine Reporterin. Sie schreibt von strenger Ordnung, Minuspunkten für mangelnde Bettruhe – und von einer großen Schachtel Trauben, die sie lieber selbst aufaß, weil diese auf dem langen Weg nach Hause wohl „als Wein angekommen“ wären. „Die Briefe machen es möglich, dass Traudel uns auf eine Zeitreise in ihre Welt mitnimmt“, fasste Martin zusammen. Persönliche Geschichte werde so zugleich zum Spiegel ihrer Zeit. 

Zu den fünf Themen Herkunft, Heimat, Wandel, Reife 
und Erinnerung gab es die passenden Weine.

Ein Höhepunkt waren Auszüge aus dem Leben der Markgräfler VDP-Winzerin Roy Blankenhorn. Die frühere Bundesvorsitzende von „Vinissima – Frauen & Wein“ sagt, sie lies ihre Privatbiografie schreiben, um ihren Kindern ihre Geschichte zu hinterlassen.

Roy Blankenhorn
Wegbereiterin für Frauen in der Weinwelt

Für den fachlichen Blick ins Glas sorgte Reiner End. Anschaulich erklärte er die unterschiedlichen Weine und spannte den Bogen von der Rebzucht über die Besonderheiten einzelner Rebsorten bis hin zum Ausbau der Weine im Keller.

Reiner End
Vorstandsvorsitzender der Weinmanufaktur 
Gengenbach-Offenburg

Musikalisch eingerahmt wurde der Abend von Angela und Marco Oberthür aus Rauenstein. Mit argentinischem Tango schuf das "Duo Amacord" zwischen den Lesungen Momente zum Innehalten und Schwelgen. 

Angela und Marco Oberthür
Duo Amacord

Öffentlich über 
Online-Portal
regiotrends

Pressefotos für Kiwanis-Club Offenburg 

Ehrenamtlich unterwegs für Kiwanis - größte Kinderhilfsorganisation nach Unicef - Chair Presse Deutschland 

Lass uns das passende Format finden

Es muss nicht gleich ein ganzes Buch sein. Viele kleine Geschichten lassen sich auch wunderschön in eine Broschüre, ein Freundschaftsheft oder einer eigenen Zeitung zusammenfassen! Nach dem Motto: "Weißt Du noch, ...!"

„Wer die Macht hat, hat das Recht“

Ein fiktives Gespräch zwischen dem Kieler Polizeipräsident 
Carl Dietrich und seiner Urenkelin Sandra Martin 

 „Lieber Karl“, schreibt Carl Dietrich am 30.11.1933 an seinen Sohn Max Karl Arthur in Nürnberg, „was Du vom `Recht bleiben´ schreibst ist mir so, dass Rechtfragen nichts weiter als Machtfragen sind. Wer die Macht hat, hat das Recht. Der idealistische Begriff vom Recht spielt keine Rolle“. 

Carl Dietrich stand, als er diese Zeilen schrieb, an einem absoluten Tiefpunkt seines Lebens. Nach „sechseinhalb“ Jahren als Polizeipräsident der Stadt Kiel, dem Höhepunkt seiner SPD-politischen Karriere, war er durch den sogenannten „Preußenschlag“ im Juli 1932 seines Amtes enthoben und in den vorzeitigen Ruhestand entlassen worden. Seinen Umzug in die alte Heimat Görlitz hat er als Staatsbediensteter noch bezahlt bekommen. 

Nach ihrer Machtergreifung strichen ihm die Nationalsozialisten jedoch ab Januar 1933 aufgrund des Gesetzes „zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ die Bezüge seiner Pension. Carl Dietrich war finanziell am Ende und gesundheitlich angeschlagen. Sein Sohn und dessen Schwiegervater August Renzelberg versuchten über ihre Netzwerke Carl zu seinem Recht zu verhelfen bzw. unterstützten ihn und seine Frau Martha mit privaten Krediten.

Kurz vor seinem Tod 1953 schrieb er seine Lebenserinnerungen nieder. Dazu haben sich in unserer Familie mehr als 60 Briefe und Postkarten aus den Jahren 1931 bis 1940 erhalten. Was würde ich meinen Urgroßvater wohl fragen, wenn ich ihm heute gegenübersitzen könnte?

Seine Antworten muss ich nicht erfinden. Sie stehen in seinen Briefen und Erinnerungen. Für dieses fiktive Interview wurden sie lediglich gekürzt; Auslassungen sind mit […] gekennzeichnet.

Sandra Martin: Carl, 1925 warst Du Landrat in Sprottau. Dann sollte ausgerechnet ein alter Gewerkschafter Polizeipräsident in Kiel werden. Wie kam es dazu?

Carl Dietrich: Aus allen Himmeln wurde ich […] gerissen, als der Innenminister Severing eines Tages erschien und mir die Mitteilung brachte, dass das Ministerium meine Versetzung nach Kiel als Polizeipräsident beschlossen habe. […] Severing stützte sich auf die maßgebliche Ansicht des Ministeriums, wonach bei den vielen Lohnbewegungen der Werftarbeiter in Kiel durch das ungeeignete Verhalten der Polizei eine unhaltbare Situation eingetreten sei. […] Es müsse nach dort unbedingt ein alter erfahrener Gewerkschafter, der die Massen der Arbeiter hinter sich habe. Meine Einwände fanden keine Beachtung. Nach alledem sah ich mich gezwungen, die Versetzung nach Kiel anzunehmen, was Anfang Dezember 1925 geschah.

Was hast Du dort als Erstes in Angriff genommen?

Was ich in Kiel vorfand, war dasselbe, was ich schon immer bei Lohnkämpfen in anderen Orten so bitter empfunden hatte. Nämlich das Einmengen der Polizei in das Streikrecht der Arbeiter. Meine erste Handlung war daher die sofortige Herausziehung der Polizei aus den Lohnkämpfen, um den Streikenden die Möglichkeit zu geben, durch Aufstellung von Streikposten vor den Werften und in den öffentlichen Zugangsstraßen zu denselben evtl. Arbeitswillige aufzuklären. Dass die Werftleitungen dazu saure Miene machten, war vorauszusehen. Die Folge meiner Anordnung war aber die alsbaldige erfolgreiche Beendigung der Lohnkämpfe.

Anfang der 1930er-Jahre wurde die politische Lage immer radikaler. Wann wurde Dir klar, wie gefährlich die Nationalsozialisten werden können?

Die Zeiten sind tatsächlich verrückt. […] Die extremen Parteien einschließlich des Stahlhelms trieben einen unheimlichen Rummel und die Polizei hatte schon seit einigen Monaten wahrlich nichts zu lachen. Schon 1931 schrieb ich: „Mit einer Naziherrschaft, mit der wir ins graue Mittelalter zurückkönnen, kommen wir sicher auf keinen Fall zu einem erträglichen Zustand. Die Auseinandersetzungen wurden immer heftiger. Auch persönlich bekam ich das zu spüren. „Mir ist inzwischen von diesen Leutchen das Urteil gesprochen. Einmal sollte [ich] unter ihrer Herrschaft natürlich lebenslänglich ins Zuchthaus bei Wasser und Brot […]. Ganz nett, nicht wahr!

Trotzdem hast Du auch politische Veranstaltungen der Nationalsozialisten geschützt. Warum?

In Kiel haben die Führer der NSDAP mit Entstellungen und selbst unwahren Behauptungen gegen mich gearbeitet. Anlässlich einer Hitler-Kundgebung wurde behauptet, ich hätte die Veranstaltung verboten. Das Gegenteil war richtig! Denn Bestrebungen von anderer Seite gegenüber, die Kundgebung zu verhindern, habe ich mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen und erklärt, dass die Kundgebung stattfindet und gegen jedwede Störung derselben die umfassendsten Polizeimaßnahmen getroffen seien. Sie ist dann auch störungslos verlaufen. Trotzdem behauptete die NSDAP anschließend, ich hätte die Polizei auf Nationalsozialisten schießen lassen, und forderte meine Amtsenthebung.

Du wurdest bedroht und schließlich tatsächlich aus dem Amt entfernt. Hat Dir diese Entlassung möglicherweise sogar das Leben gerettet?

Die Wut der Nazi kannte keine Grenzen und täglich gingen mir Drohbriefe zu mit Schilderungen, wie sie mich umbringen wollten. Im Juli 1932 wurde ich nach dem Staatsstreich in Preußen vom Dienst suspendiert. Herr von Papen [hat] bei mir seine Visitenkarte abgegeben, und zwar in Gestalt eines Telegramms mit der Nachricht, dass ich für sofort ‚einstweilen in den Ruhestand‘ versetzt sei. Dabei hatte eine Kontrolle meiner Amtsführung nichts ergeben. Diesem Umstand habe ich vielleicht zu verdanken, dass ich vor dem KZ und seinen Folgen bewahrt blieb.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verlorst Du schließlich auch Deine Bezüge. Was hat dieser Absturz mit Dir gemacht?

Ich bin entlassen ohne irgendein Ruhegeld […]. Jeder Rechtsweg dagegen ist ausgeschlossen. Die Gnade allein könnte noch ein kleines Entgegenkommen herbeiführen, die ich aber nicht anzuflehen gedenke, denn lieber zugrunde gehen als das tun. Jetzt kann ich nur dem gegebenen Zustand ins Auge blicken und suchen, ob sich noch eine Existenzgrundlage für den Lebensrest bietet, nachdem die letzten 13 Lebensjahre mit einem Strich ausgewischt sind, trotzdem man sich ehrlich und redlich bemüht hat, nichts weiter zu tun als seine Pflicht in Treue zu erfüllen. Besonders schwer war die Situation für meine Frau Martha. Es ist schwer für jemanden sich in unsere Lage zu versetzen, um den seelischen Zustand vollauf begreifen zu können. Jedenfalls gibt sich Mutter die größte Mühe, mich ihre Hoffnungslosigkeit nicht merken zu lassen, was mir natürlich nicht entgehen kann. Ich meinerseits tue wiederum so, als ob ich ihren wahren Zustand nicht merkte.

Wenn Du heute noch einmal zurückblicken könntest: Hat es Dich je gereut, Dein Leben so sehr der Politik und Deinen Überzeugungen zu widmen?

Verschiedene Agitationsreisen für meine Gewerkschaft durch Deutschland erweiterten meinen Gesichtskreis erheblich. Später während meiner Zeit in Staatsämtern von einem Ende Deutschlands nach dem anderen versetzt, wo es immer Schwierigkeiten zu überwinden galt, oder auch vom Schicksal geschleudert wie infolge der Machtergreifung Hitlers, habe ich doch all diese Unannehmlichkeiten gern auf mich genommen in dem Bewusstsein, damit unseren Zielen gedient zu haben. Niemals aber stand mein Sinn nach Ruhm und geräuschvollen Anerkennungen meiner Arbeit.

Und was möchtest Du den Generationen nach Dir sagen?

Jugend, denke daran, wenn euch heute die Sonne ebenso schön wie allen anderen Menschen scheint, wo ihr vor Ausbeutung geschützt, mit Spiel und Sport die Freuden des Lebens genießen könnt, dass alles in einem opferreichen Kampf von Jahrhunderten errungen worden ist. Niemals mehr darf die Freude am Leben durch die Mächte der Reaktion der Finsternis euch entrissen werden. 

Seid immer bereit, für Freiheit, Glück und Freude euer Leben einzusetzen!

 

 

 

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